Planungswissen/Akustik & Schallschutz – Fachlexikon
Kategorie 04Akustik & Schallschutz – Fachlexikon
Schalldämmwerte, Normen und Begriffe rund um mobile Trennwände verständlich erklärt.
- Schalldämmung Rw – der Labormesswert erklärt
Rw ist der im Labor gemessene bewertete Schalldämmwert nach EN ISO 10140/717 – die Basis jeder Systemangabe. - Rw + C – der praxisnahe Vergleichswert
Ein Korrekturwert von -3 bis +5 dB, der Fertigungs- und Messunsicherheiten realistisch berücksichtigt. - R'w – das Bau-Schalldämmmass
R'w berücksichtigt Einbau, Anschlüsse und Flanken – i. d. R. 3–8 dB unter dem Laborwert Rw. - DnT,w – die normierte Schalldämmung
Der massgebende Praxiswert für die akustische Wirkung von Falt- und Schiebewänden im Gebäude. - Luftschall vs. Körperschall
Zwei grundverschiedene Übertragungswege, die bei mobilen Trennwänden unterschiedlich bekämpft werden müssen. - Schallnebenwege – Hauptursache für Leistungsverlust
Bereits kleine Undichtigkeiten können die wirksame Schalldämmung um 10–15 dB reduzieren. - Absorption (α) einfach erklärt
Die Fähigkeit eines Materials, Schallenergie aufzunehmen statt zu reflektieren – bewertet von 0,00 bis 1,00. - Schallabsorptionsklassen A–E (ISO 11654)
Von A (höchste Absorption, Konzertsaal) bis E (geringe Absorption, harte reflektierende Oberflächen). - Nachhallzeit (RT60)
Die Zeit, die Schall benötigt, um im Raum um 60 dB abzuklingen – zentral für Sprachverständlichkeit. - Frequenzbereich & Frequenzgang
Die Schalldämmung von Trennwänden ist frequenzabhängig und wird nicht über alle Frequenzen gleich erreicht. - Tiefe Frequenzen – die Herausforderung für mobile Wände
Frequenzen unter 500 Hz haben lange Wellenlängen, die von leichten Trennwänden kaum gestoppt werden. - Bassabsorption
Die Fähigkeit eines Materials, tieffrequente Schallanteile zu dämpfen – oft die Schwachstelle dünner Trennwände. - Trittschall & Trittschalldämmung
Vibrationen, die durch Boden oder Wand übertragen werden – bei mobilen Trennwänden meist über Bodenschienen relevant. - Zweistufige Schalldämmung
Die Kombination aus Masse und Absorption für maximale Schallreduktion. - Dynamische Belastung
Schall, der von Vibrationen oder Stössen erzeugt wird – mobile Wände müssen ggf. entkoppelt montiert werden. - Sprachverständlichkeit & Grundgeräuschpegel
Ein hoher Rw-Wert allein garantiert noch keine optimale Sprachtrennung – der Grundgeräuschpegel entscheidet mit. - Schalldämm-Materialien im Überblick
Mineralwolle, Gipsfaserplatten, Holzwerkstoffplatten und Akustikschaum als häufige Kernmaterialien. - Schalltransmission / Transmission Loss
Das Mass für die Schallreduktion beim Durchgang durch eine Wand, meist in dB angegeben. - Breitbandabsorber
Material oder Konstruktion, die Schall über einen grossen Frequenzbereich absorbiert, z. B. 125–4000 Hz. - VSLFS-Richtlinien zur Schallnebenwegübertragung
Praxisorientierte Richtlinien des Verbands Schweizerischer Lieferanten von Falt- und Schiebewänden (VSLFS), November 2000. - Raum-in-Raum-Prinzip bei hohen Schallschutzanforderungen
Bei ≥ Rw 45–50 dB empfehlen sich akustisch getrennte Deckenbereiche und vollständige Umfassung der Trennzone. - Normen im Überblick: SIA 181, DIN 4109, EN ISO 10140/717, EN ISO 11654
Die wichtigsten Regelwerke zur Planung und Bewertung von Schallschutz bei mobilen Trennwänden.